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KlinikgeschichteVier Jahrhunderte nach der Universitätsgründung begannen unter dem ersten klinischen Lehrer, Christian Martin Koch, am 29.4.1799 im Jacob-Spital am Eingang des Rosentals mit 22 Schülern die ersten entscheidenden Schritte der Entwicklung der Inneren Medizin.
Nach anfänglich erheblichen Schwierigkeiten mit der Landesregierung und der Stadt Leipzig entwickelte sich die Klinik unter Johann Christian August Clarus, der 1810 als Leiter berufen wurde, zu einer angesehenen Lehranstalt, die unter Johann Oppolzer 1848 und besonders unter Karl August Wunderlich ab 1850 zur Stätte moderner deutscher Medizin weitergeführt wurde.
Das größte wissenschaftliche Verdienst hat sich Wunderlich mit der Einführung der Thermometrie, den heutigen Fieberkurven, in die klinische Diagnostik erworben. Unter seiner Leitung wurde außerdem gemeinsam mit dem Chirurgen Thiersch das neue Hospital mit 500 Betten als "Städtisches Krankenhaus St. Jacob" gebaut und 1871 eröffnet. Von 1877 bis 1888 führte Ernst Albrecht Wagner, ein großer Kliniker und Pathologe, die Klinik im Sinne von Wunderlichs in die neue Zeit.
Internationale Bedeutung erlangte die Medizinische Klinik mit dem Ordinariat von Heinrich Curschmann von 1888 bis 1910, der eine bedeutende Leipziger Schule der Herz-Kreislauf-Forschung geschaffen hat. Weiterhin muß Adolf Strümpell, Direktor der Medizinischen Klinik von 1910 bis 1925, als hervorragender Neurologe und Internist genannt werden, der u.a. Erstbeschreiber der Spondylitis ankylopoetica (Bechterew-Strümpell-Mariesche Krankheit) war.
Paul Morawitz, Direktor von 1926 bis 1936, festigte den Ruf der Medizinischen Klinik als bedeutende klinische Forschungseinrichtung in Deutschland durch seine wichtigen Arbeiten über die Blutgerinnung und seine erfolgreichen Maßnahmen, naturwissenschaftliche Kenntnisse in Form der modernen Laboratoriumsdiagnostik in die klinische Praxis einzubringen. Nach seinem plötzlichen Tod übernahm Max Bürger von 1936 bis 1957 das Ordinariat an der Medizinischen Klinik. Unter seiner Leitung wurde die Klinik zu einem Zentrum der modernen Altersforschung. Er schuf den Begriff der Biomorphose und hat die moderne
Gerontologie und Geriatrie nachhaltig beeinflußt. Aus der Fülle seines wissenschaftlichen Wirkens sind die Entdeckung des Glukagon, seine grundlegenden Arbeiten über Angiopathia diabetica, die nach ihm benannte Preßdruckmethode und seine Arbeiten über den Cholesterinstoffwechsel hervorzuheben. Darüber hinaus bewies er unermüdliche Schaffenskraft und eiserne Energie beim Neuaufbau der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Medizinischen Klinik.
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Prof. Dr.
Heinrich
Curschmann
1988 - 1910 |
Prof. Dr.
Adolph
von Strümpell
1910 - 1925 |
Prof. Dr.
Paul
Morawitz
1926 - 1936 |
Prof. Dr.
Max Bürger
1937 - 1957 |
1959 erhielt Rolf Emmrich, ein Schüler von Max Ratschow, den Ruf an die Medizinische Universitätsklinik als Nachfolger von Max Bürger. Seine großen Erfahrungen auf dem Gebiet der allgemeinen klinischen Krankheitslehre unter Einbeziehung moderner biochemischer und neuer Pharmakotherapie wurden Grundlage für ein intensives Arbeiten in Lehre, Forschung und Betreuung. Wichtige Arbeitsgebiete waren der Fett- und Eiweißstoffwechsel, Pathologie und Klinik der Erkrankung der Leber, des Bindegewebes und der Gefäße.
Von 1974 bis 1989 leitete Heinz Köhler die Klinik für Innere Medizin und hat wesentliche Impulse zur Entwicklung einer modernen internistischen Intensivmedizin gegeben sowie auf die Bedeutung der Spurenelemente für die Arterioskleroseentwicklung hingewiesen. Nach seinem plötzlichen Tod im Dezember 1989 und unter den seit Herbst 1989 eingetretenen gesellschaftlichen Veränderungen in unserem Lande wurde nach demokratischer Wahl der Mitarbeiter der Klinik Joachim Schauer vom Rektor der Universität ab 1.2.1990 zum Direktor berufen.
Frei von den Zwängen der zentralistischen marxistisch-leninistischen Wissenschafts- und Bildungspolitik, auf den großen Traditionen der Inneren Medizin in Leipzig aufbauend, wird die Leitung der Klinik alle Kräfte einsetzen, um ein modernes Zentrum der Inneren Medizin unter Einbeziehung aller Subdisziplinen zu entwickeln.
Quelle: Prof. Dr. sc. med. Joachim Schauer: "Medizinische Fakultät der Universität Leipzig", GERMA PRESS GmbH, Hamburg, 1990, ISBN 3-924865-21-3.
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